Neuendorf

Polit. Gem. SO, Bez. Gäu, in der Dünnernebene gelegenes Strassendorf. 1417 Núwen Dorff. 1760 344 Einw.; 1798 415; 1850 602; 1900 658; 1950 936; 2000 1'796. In der Grafschaft Härkingen im Buchsgau gelegen, entstand N. aus zwei Siedlungskernen: aus dem östlich gelegenen altbechburg. Eigen Werd (1102-03 apud Werthe) mit Meierhof (1305) und Landgerichtsstätte (noch 1400), und dem noch nicht lokalisierten westlich oder südlich gelegenen Kipf (1315 chupfon), einer Exklave des frohburg. Fridauamtes. Zwischen 1402 und 1463 in solothurn. Besitz gelangt, sind sie seit 1519 politisch vereint und blieben unter dem Namen N. bis 1798 Teil des Äusseren Amtes der Vogtei Falkenstein. Sowohl Kipf wie Werd waren nach Egerkingen pfarrgenössig, seit 1649 ist N. selbstständige Pfarrei. Die 1423 erstmals erw. Stephanskapelle wurde 1577 erweitert. Die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung wurde nach Brand und Neubau 1662 geweiht und deren Schiff 1934-35 erweitert. Aus dem 17. und 18. Jh. haben sich stattl. Tavernen- und Gäuerhäuser erhalten. 1760 waren 10% Vollbauern, 30% Halbbauern, 54% Tauner und 6% Arme. Die Bezirksschule, heute Sitz der Kreisschulen Gäu, wurde 1837 eröffnet. 1849 erhielt N. eine Poststelle, 1896 Telegraf- und Telefonanschluss, 1905 Wasser- und Elektrizitätsversorgung. Das noch Anfang des 20. Jh. landwirtschaftlich geprägte Dorf teilte die industrielle Entwicklung der Region. Nach der Güterzusammenlegung von 1964-68 und dem Bau der Autobahnverzweigung Härkingen entstanden bis 2002 neun grosse Verteil- und Dienstleistungsbetriebe. 2005 waren 91% im 3. Sektor tätig. 2000 war das Verhältnis von Zupendlern und Wegpendlern 2:1. Der Anteil der Wegpendler an der berufstätigen Bevölkerung von N. betrug 70%.


Literatur
– C. Stöckli, N., 2001
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 489-494

Autorin/Autor: Erich Schenker