09/05/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Kestenholz

Polit. Gem. SO, Bez. Gäu (bis 1988 Balsthal-Gäu). Strassendorf am südl. Rand der Dünnernebene mit dem jüngeren Siedlungsteil Rain. K. ist aus zwei ma. Siedlungen hervorgegangen: 1280-1340 Im Kestenholtz, 1323 ze obern Kappellon. 1739 311 Einw.; 1798 359; 1850 587; 1900 576; 1950 1'058; 2000 1'617. Vermutlich jungsteinzeitl. Besiedlung im Kienisacker, Alemannengräber aus dem Ende des 7. Jh. K. kam im 11., spätestens im 14. Jh. mit der übrigen Landgrafschaft Buchsgau unter die weltl. Landeshoheit des Basler Fürstbischofs. 1556 wurden sieben Häuser in K. aus der Pfarrei Oensingen gelöst und mit derjenigen von Oberkappel verbunden. Seither wurde nur noch der Name K. benutzt. Grund- und Herrschaftsrechte in den Dörfern Oberkappel und K. gelangten von den Gf. von Frohburg über deren Erben und die Frh. von Grünenberg 1416 an Bern und Solothurn und 1463 ganz an Solothurn. K. blieb bis 1798 Teil des Gerichts Oensingen im Oberen Amt der Landvogtei Bechburg. Kirchlich gehörte es immer zum Bistum Basel. 1380 wurde Oberkappelen mit Bezug auf die alte Kirche St. Peter und Paul erwähnt. 1642 brach man deren Schiff ab (ohne den Chor, der seither als St. Peterskapelle dient) und verlegte die Kirche ins Dorf. Im folgenden Jahr wurde sie als Pfarrkirche St. Urs und Viktor eingeweiht und 1904 durch einen Neubau im neubarocken Stil von Architekt August Hardegger ersetzt. 1839 gab es in K. 13 Vollbauern, 20 Halbbauern und 46 Tauner. Die erste Schule wurde 1594 erwähnt, das erste Schulhaus 1701 errichtet. Die Poststelle besteht seit 1837. In der 2. Hälfte des 20. Jh. entwickelte sich K. vom Bauerndorf - ab 1856 gab es in K. eine Käsereigenossenschaft - zur Wohngemeinde mit starkem Wegpendleranteil. Ausserdem siedelten sich Klein- und Dienstleistungsgewerbe sowie zunehmend etwas Industrie im Westen der Gem. an.


Literatur
– M. Studer-Haller, K., 1989
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 408-412

Autorin/Autor: Erich Schenker