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Härkingen

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Polit. Gem. SO, Bez. Gäu. Strassendorf, in der Dünnernebene südlich der Verzweigung von A1 und A2 gelegen. 1080 quendam comitatum nomine Härichingen in pago Buchsgeowe situm (Kopie), 1101-03 apud Harichingen. 1798 310 Einw.; 1829 360; 1850 388; 1870 336; 1900 438; 1950 651; 2000 1'196. Eine neolith. Freilandstation lag auf dem Hubel. Welches Gebiet die 1080 erw. Grafschaft H. umfasste, ist in der Forschung umstritten; die Bandbreite der Hypothesen reicht vom ganzen Buchsgau bis zu einem enger begrenzten Gebiet. Einigkeit besteht dagegen über die Ansicht, dass H. schon früh Gerichtsort gewesen sein muss. 1402 durch Kauf an Solothurn gelangt, blieb H. bis 1798 Teil des Gerichts Egerkingen im Äusseren Amt der Vogtei Falkenstein. Einen Dorfbrief erhielt es 1754. Trotz der rom. Kirche waren die Bewohner von H. während Jahrhunderten nach Egerkingen kirchgenössig. 1754 erhielt der Ort eine neue, dem Johannes geweihte Kirche im Dorfzentrum und 1805 wurde er selbstständige Pfarrei. Der erste Schulhausbau erfolgte 1836-37, die Gründung der Milchgenossenschaft H.-Gunzgen 1857 und die Elektrifizierung 1907. Die Grundwasserversorgung zusammen mit Gunzgen, Kappel und Boningen und dem Pumpwerk in H. besteht seit 1913, die Busverbindung nach Olten seit 1959. Die Güterzusammenlegung in den 1960er Jahren war durch den Autobahnbau bedingt. Seit der Eröffnung der A1 durch das Gäu 1967 erfuhren die Dörfer im Mittelgäu zahlreiche Umgestaltungen; mehrere Unternehmen wie z.B. 1999 die Paketpost errichteten hier Lagerhallen und Verteilzentren.


Literatur
– J. Pfluger, 900 Jahre H., 1980

Autorin/Autor: Erich Schenker