23/11/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Semsales

Polit. Gem. FR, Bez. Veveyse, am Fuss der Freiburger Voralpen (Niremont, Les Alpettes) an der Achse Bulle-Châtel-Saint-Denis, der Autobahn A12 und der Eisenbahnstrecke Bulle-Palézieux gelegen. 1968 wurde La Rougève in S. eingemeindet. Um 1100 septem salis. 1850 666 Einw.; 1900 909; 1950 849; 2000 1'019. Bronzezeitl. Beile wurde bei Clos Moyon entdeckt; der kleine Hügel in La Montaneire ist möglicherweise ein hallstattzeitl. Tumulus. 1177 wird S. in einer päpstl. Bulle als cella des Hospizklosters Mont-Joux (Gr. St. Bernhard) erwähnt. 1228 wurde S. zum Priorat erhoben, der Prior fungierte fortan als Herr und als Pfarrer von S. Freiburg bemächtigte sich 1536 S. und integrierte es 1537 in die Landvogtei Rue. 1581 wurde S. der Vogtei Châtel-Saint-Denis zugeschlagen, 1848 dem Bez. Veveyse. 1602 überliess Mont-Joux das Priorat dem Kollegiatstift Saint-Nicolas in Freiburg, welches das Gebäude 1782 einem Privaten verkaufte. Von der 1632-36 errichteten Kirche Saint-Nicolas ist nur der Turm erhalten. Die Bemalung der 1926 geweihten neurom. Kirche (Gruppe Saint-Luc) stammt hauptsächlich vom ital. Maler Gino Severini. Die Kapelle Notre-Dame von Niremont wurde 1869 erbaut. Gemäss Überlieferung soll im 13. Jh. ein Erdrutsch das Dorf unter sich begraben haben. Das im Westen wieder aufgebaute Dorf wurde 1830 durch einen Brand verheert (42 Häuser zerstört). S. wies bis 1848 eine Zollstelle an der Strasse Freiburg-Vevey auf. Die nach S. benannte Glashütte, die im 19. Jh. prosperierte, lag in Progens. Das zunächst landwirtschaftlich und handwerklich geprägte S. zog ab ca. 2000 mehrere Industriebetriebe an. Die bis dahin abnehmende Bevölkerungszahl stieg wieder an. Ein Drittel der Gemeindefläche dient der Forstwirtschaft. In Niremont befinden sich geschützte Hochmoore von nationaler Bedeutung (Torflehrpfad).


Literatur
Dellion, Dict. 11, 104-122
– M.-T. Torche-Julmy, «L'église de S.», in Pro Fribourg 117, 1997, 73-77
HS IV/1, 274 f.

Autorin/Autor: Jean-Claude Vial / ASCH