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Bertrand, Elie

getauft 17.5.1713 Orbe, gestorben 23.8.1797 Yverdon, ref., von Yverdon. Aus einer 1684 in die Schweiz geflüchteten Hugenottenfam. aus Nyons (Dauphiné), die 1699 das Bürgerrecht von Orbe, 1711 das von Yverdon erwarb. Sohn des Elie, Apothekers, Chorgerichtspräs. von Orbe, und der Marie Faure (Favre). Bruder des Jean ( -> 4). ∞ 1) Louise Meyn, 2) Elisabeth-Ursule Marcuard. 1731-38 Theologiestud. in Lausanne, Genf und Leiden. 1740 Konsekration in Lausanne, 1740-44 Pfarrer in Ballaigues und Orbe, 1744-65 zunächst Vikar, dann Pfarrer der franz. Gemeinde in Bern. 1765 Geheimrat des poln. Kg. Stanislaus II. August Poniatowski, 1765-66 in Warschau Leiter des Ministeriums für Industrie, Landwirtschaft und Naturwissenschaft. 1768 Erhebung in den poln. Adelsstand. 1767 liess er sich in Champagne bei Yverdon nieder, widmete sich den Naturwissenschaften und gründete die Bibliothek und die Ökonom. Gesellschaft von Yverdon. Sein Naturalienkabinett bildet den Grundstock des Museums von Yverdon. B. korrespondierte mit Voltaire, Albrecht von Haller und Carl von Linné, war welscher Sekr. der Ökonom. Gesellschaft von Bern und Mitglied der Akademien von Berlin, Göttingen, Leipzig, Basel, Stockholm, München, Lyon und Florenz. Er verfasste theol. Traktate und Predigten, u.a. den "Recueil des ordonnances ecclésiastiques pour le Pays de Vaud" (1758) und die ins Deutsche übersetzte und mehrfach aufgelegte "Christl. Unterweisung" (1767), sowie zahlreiche Werke zu Philosophie, Sprachwissenschaft, Naturgeschichte, Seismologie und Hydrografie.


Literatur
– P. Dumont, «Jean-Elie B., 1713-1797», in Revue de théologie et de philosophie, 1905, 217-269
Livre du Recteur 2, 196
Die Hugenotten in der Schweiz, Ausstellungskat. Lausanne, 1985, 272 f.
– M. Weidmann, «Un pasteur-naturaliste du XVIIIe siècle», in RHV, 1986, 63-108
– H.T. Mason, «Voltaire and Elie B.», in De l'humanisme aux Lumières, 1996, 715-726

Autorin/Autor: Olivier Fatio / AW