Progens

Ehem. polit. Gem. FR, Bez. Veveyse, umfasst das zwischen der Broye und der Mionna auf einem Hügel gelegene Dorf P. sowie den Weiler La Verrerie an seiner Nordostflanke. Seit 2004 bildet P. zusammen mit Le Crêt und Grattavache die Gem. La Verrerie. 1324 Progin. 1811 99 Einw.; 1850 164; 1900 370; 1950 281; 1980 225; 2000 245. Ein Teil von P. unterstand im MA der Herrschaft Oron, die sich teilweise im Besitz der Gf. von Greyerz befand. Er kam 1555 nach dem Bankrott der Fam. von Greyerz zu Freiburg. Der andere Teil gehörte zur Herrschaft Rue, die ab Mitte des 13. Jh. eine savoy. Kastlanei bildete, und gelangte 1536 an Freiburg. 1536-1798 gehörte das Dorf zur Vogtei Rue, 1798-1831 zum gleichnamigen Bez., 1831-48 zum Bez. Châtel-Saint-Denis und seit 1848 zum Bez. Veveyse. P. war bis 1888 nach Saint-Martin (FR) pfarrgenössig, dann wurde die Gem. zur selbstständigen Pfarrei und die 1677 erw. Kapelle Saint-Barthélemy zur Pfarrkirche erhoben. Ende des 18. Jh. wurden eine Braunkohlemine und eine Glashütte betrieben, um die sich der Weiler La Verrerie entwickelte. Das durch den franz. Industriellen Jean Baptiste Jérôme Brémond vorangetriebene Unternehmen, das sich ab 1862 im Mitbesitz der Fam. Quennec befand, produzierte Kristallglas und Flaschen. Es wurde von der Glashütte Saint-Prex (VD) aufgekauft und 1914 geschlossen. 1917-21 wurde erneut Kohle abgebaut. Die ländlich geprägte Gem. (2000 zehn Landwirtschaftsbetriebe) hat ihre Wohnzone stark erweitert. 2000 waren sieben Zehntel der Erwerbstätigen Pendler.


Literatur
– G. Bourgoin, P., [1986]
– J.-C. Vial, «Les mines de St-Martin et P.», in Ann. frib. 60, 1992/93, 195-218

Autorin/Autor: Jean-Claude Vial / ASCH