No 1

Spittler, Christian Friedrich

geboren 12.4.1782 Wimsheim bei Pforzheim (Württemberg), gestorben 8.12.1867 Basel, luth., ab 1811 Bürger des Kt. Graubünden, ab 1812 von Davos, ab 1816 von Basel. Sohn des Jeremias Friedrich, Pfarrers in Wimsheim, und der Sibylle Dorothea Wilhelmine Maier. ∞ 1812 Susanne Götz, Lehrerin, Tochter des Abel, Schönfärbers. Nach einer kameralist. Ausbildung fand S., der sich als "Handlanger am Bau des Reiches Gottes" verstand, 1801 als Sekr. der 1780 gegründeten Dt. Christentumsgesellschaft in Basel seine Lebensaufgabe. Biblizistisch-eschatologisch wie pragmatisch motiviert und nachhaltig von der dortigen konservativen Führungsschicht unterstützt, initiierte oder gründete er etwa 30 sogenannte missionar.-diakon. Reichgotteswerke, u.a. 1804 die Basler Bibelgesellschaft, 1816 die Christl. Verlags- und Sortimentsbuchhandlung, 1820 die Kinderrettungs- und Lehreranstalt im südbad. Beuggen, 1831 den Verein der Freunde Israels, 1838 die Taubstummenanstalt in Riehen (ab 1840 mit Kleinkinderschule), 1852 das Riehener Diakonissenhaus und 1858 die Herberge für Mägde auf den Schoren bei Basel. Die grösste Bedeutung unter diesen Projekten erlangte die 1815 gegr. Basler Missionsgesellschaft. S.s Lieblingswerk wurde die 1840 gegr. Pilgermission St. Chrischona in Bettingen, die junge pilgernde Handwerker missionarisch unterwies. Die Absolventen, die seit 1994 im Theol. Seminar St. Chrischona ihre Ausbildung erhalten, arbeiten hauptsächlich in Chrischona-Gemeinden bzw. -Gemeinschaften und -Stadtmissionen sowie in versch. Missionswerken in ca. 50 Ländern. S. gilt als einer der führenden Köpfe der aus dem Pietismus erwachsenen antimodernist. Erweckungsbewegung.


Archive
– StABS, S.-Archiv
Literatur
– S. Spittler, Christ. Friedr. S. im Rahmen seiner Zeit 1, [1876]
– J. Kober, Christian Friedrich S.s Leben, 1887
– K. Rennstich, "... nicht jammern, Hand anlegen!": Christian Friedrich S., 1987
– F.W. Bautz, Biogr.-Bibliograph. Kirchenlex. 10, 1995, 1031-1035

Autorin/Autor: Werner Raupp