17/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Filmfestival

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Während des 2. Weltkriegs wurden in der Schweiz u.a. in Basel, Lausanne und Lugano versch. F.s (Kino) nach dem Modell des von 1943 bis 1946 unterbrochenen Festivals von Venedig durchgeführt. Das 1946 von Lugano nach Locarno verlegte Festival entwickelte sich zum wichtigsten der Schweiz. Seit den 1960er Jahren bietet das internat. F. von Locarno auch dem neuen Filmschaffen und den jungen Regisseuren Gelegenheit, ihre Arbeit zu zeigen. Nach einer Krise in den 1960er Jahren erholte es sich nach 1970; seit 1980 hat es unter der Leitung von David Streiff (1982-91), Marco Müller (1992-2000) und Irene Bignardi (seit 2001) auch international Erfolg.

Die 1966 gegr. Solothurner Filmtage beschränken sich auf Schweizer Filme, wobei anfänglich jeweils alle neuen Filme gezeigt wurden. Mit der Zeit erwies sich jedoch eine Auswahl als unumgänglich. 1980 führte man offiziell eine Selektion ein. Das 1963 in Rolle geschaffene Amateurfilmfestival findet seit 1965 in Nyon statt. 1985 wurde es in ein internat. Dokumentarfilm-Festival umgewandelt. Nach einigen turbulenten Jahren zahlte sich die Spezialisierung auf Dokumentarfilme zuschauermässig aus. 1995 erhielt das Festival die Bezeichnung Visions du réel, seit 1997 werden auch Videofilme gezeigt. 1969 wurde das internat. Mountain Film Festival in Les Diablerets gegründet. Seit 1980 sind in der Schweiz noch weitere F.s entstanden. Die interessantesten beschränken sich auf bestimmte Kategorien oder Genres: Filme aus der Dritten Welt (1980 gegr., seit 1986 in Freiburg), Komödien (Festival von Vevey, das seit seiner Gründung 1981 mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat), experimentelle Filme und neue Medien (Viper, gegr. 1980, 1981-99 in Luzern und seit 2000 in Basel).


Literatur
– N. Ledergerber, U. Jaeggi, Solothurner Filmtage 1966-1985, 1985
– R. Cosandey, F. Maire, Festival internazionale del film Locarno, 2 Bde., 1988-1997
– M. de Hadeln, C'est du cinéma!, 1988

Autorin/Autor: Redaktion / BE