05/04/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken
No 5

Hottinger, Johann Heinrich

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geboren 10.3.1620 Zürich,gestorben 5.6.1667 Zürich (ertrunken in der Limmat), ref., von Zürich. Sohn des Johann Kaspar, Zunftmeisters der Schiffleute. ∞ Anna Ulrich, Tochter des Heinrich, Pfarrers. Schulen in Zürich, dann Studienreise nach Genf, Frankreich, den Niederlanden und England. In Leiden befasste sich H. mit den Sprachen Hebräisch, Arabisch, Syrisch und Aramäisch. Ab 1642 wirkte er als Prof. für Kirchengeschichte, Orientalistik und Rhetorik am Carolinum in Zürich. 1655 wurde er vom Kurfürsten von der Pfalz zur Neuaufrichtung der theol. Fakultät und als Prof. für Orientalistik nach Heidelberg berufen. Er unterstützte den Kurfürsten beim Versuch, Lutheraner und Reformierte zu vereinigen. 1661 wurde er als Rektor an das Carolinum in Zürich berufen. Kurz vor seinem Tod 1667 nahm er den Ruf an die Univ. Leiden an. H. ist neben Johann Jakob und Johannes Buxtorf der bedeutendste Orientalist der Schweiz im 17. Jh. und einer der Begründer der oriental. Philologie. Er veröffentlichte Grammatiken der oriental. Sprachen und Wörterbücher. Bedeutend ist seine neunbändige Kirchengeschichte, für die er inzwischen verschollene Quellen benutzte ("Historia ecclesiastica, Novi Testamenti [...]" 1651-67). Daneben verfasste er mehrere theol. Schriften ("Christenlicher, unpartheyischer Wägweyser" 1647), eine Bibliografie der Bibelausgaben und theol. Werke mit einer Anleitung für Bibliothekare ("Bibliothecarius quadripartitus" 1664), eine Zürcher Geschichte ("Speculum Helvetico Tigurinum" 1665) und eine Bibliographie der Turicensia ("Schola Tigurinorum Carolina: [...] Accedunt bibliotheca Tigurina [...]" 1664).


Archive
– ZBZ, Thesaurus Hottingerianus
Literatur
– A. Serrai, «Johann Heinrich H.», in Il bibliotecario 33/34, 1992, 13-48
– F. Büsser, «Johann Heinrich H. und der "Thesaurus Hottingerianus"», in Zwingliana 22, 1995, 85-108
– A. Mühling, «Wiederaufbau und Konfessionelle Union», in Zwingliana 27, 2000, 47-62

Autorin/Autor: Rosmarie Zeller