No 34

Wattenwyl, Niklaus von

geboren 1492, gestorben 12.3.1551 kath., dann ref., von Bern. Sohn des Jakob ( -> 24). Bruder des Hans Jakob ( -> 22). ∞ 1526 Klara May, Tochter des Claudius, Herrn von Strättligen. Noch während seiner Studien in Basel, Köln, Poitiers und Paris 1509 Chorherr am Berner Vinzenzenstift. 1512 auf einer Reise nach Rom Erwerb des Titels eines Protonotars, des Priorats Montpreveyres und eines Kanonikats am Lausanner Domkapitel, dort 1514 Propst. 1515 Kanonikat am St. Niklausstift in Freiburg. Auf einer weiteren Reise nach Rom 1517 Erlangung des Titels eines lic. iur. can. an der päpstl. Universität. Kanonikat am Basler Domstift, Kommendatarabt des Klosters Montheron und nach seiner Priesterweihe 1518 Pfarrer von Romont. Nach Aufgabe des umstrittenen Propstamts in Lausanne 1521 und nachdem W. 1522 als Nachfolger Matthäus Schiners als Bf. von Sitten im Gespräch gewesen war, wurde er 1523 Propst am Berner St. Vinzenzenstift. Gleichzeitig trat er in Briefwechsel mit Huldrych Zwingli und neigte immer mehr der Reformation zu, bis er 1525 das Propstamt aufgab, aus dem geistl. Stand austrat, heiratete und 1527 die Herrschaft Wil (Schlosswil) kaufte. Ab 1535 sass er im Gr. Rat und fungierte 1536 als einer der Präs. der Lausanner Disputation. Von W.s bedeutender kirchl. Stellung in vorreformator. Zeit zeugt sein reich illuminiertes Gebetbuch.


Archive
– BBB, FamA
Literatur
– K. Tremp-Utz, «Die Chorherren des Kollegiatstifts St. Vinzenz in Bern», in BZGH 46, 1984, 55-110
HS I/4, 391-393; II/2, 159 f.
– H. Braun, Die Fam. von W., 2004, 30-46

Autorin/Autor: Hans Braun