Schweizerschulen

Anfang des 21. Jh. bestehen auf vier Kontinenten 15 vom Bund anerkannte S. (davon eine mit zwei Filialen), in denen 2011 ca. 270 Lehrerinnen und Lehrer rund 7'300 Kinder von der Kindergarten- bis zur Sekundarstufe unterrichten. In sieben Schulen kann auch die eidg. Maturitätsprüfung abgelegt werden. Die Schülerschaft stammt z.T. aus der Schweiz, z.T. aber auch aus dem Gastland oder aus Drittstaaten. Die S. sind private Einrichtungen der einzelnen Auslandschweizergesellschaften (Auslandschweizer). Sie werden vom Bund aufgrund des Auslandschweizer-Ausbildungsgesetzes von 1987 mit Subventionen unterstützt, die rund 50 % der Ausgaben sämtl. Schulen decken. Ein bis zwei Patronatskantone beraten die Schulen in pädagog. Fragen, beaufsichtigen die Lehrpläne und liefern Schulmaterial zu günstigen Bedingungen. Ausserdem bewilligen sie ihren eigenen Lehrern oft Urlaube, um diesen die Übernahme eines Pensums an einer S. für eine gewisse Zeit zu ermöglichen. Seit 1951 vertritt das Komitee für S. deren Interessen in der Heimat und betreut sie in betriebswirtschaftl. Fragen.

Die ersten S. wurden im 19. Jh. in Italien geführt; die 1839 in Neapel, 1851 in Genua und 1883 in Luino gegr. Institute wurden allerdings später wieder aufgegeben. Ihre Nachfolgerinnen aus der Zeit um die Jahrhundertwende gingen auf die Initiative von ref. Deutschschweizern zurück, die eigene, interkonfessionelle Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache aufbauten. Eine eigentl. Gründungswelle erfolgte um den 2. Weltkrieg. Damals wurden vielerorts die dt. Auslandschulen geschlossen, die auch schweiz. Kinder aufgenommen hatten. Die Hochkonjunktur in den 1960er Jahren, während der viele Unternehmen expandierten, führte zu einer weiteren Gründungsphase. In Südamerika riefen schweiz. Angestellte damals mehrere Schulen für ihre Kinder ins Leben.

Schweizerschulen 2010
OrtLandGründungsjahrMaturitätsschule
Bergamo (bis 2004/05 in Ponte San Pietro)Italien1892nein
CataniaItalien1904nein
MailandItalien1919ja
BarcelonaSpanien1919ja
Santiago de ChileChile1939ja
LimaPeru1943nein
RomItalien1946ja
BogotáKolumbien1948ja
BangkokThailand1963ja
São PauloBrasilien1965nein
Mexico-City (mit Filialen in Cuernavaca und Querétaro)Mexico1965nein
AccraGhana1966nein
SingapurSingapur1967nein
MadridSpanien1968ja
CuritibaBrasilien1979nein

Quellen:Autor


Literatur
– W. Baumgartner, Die S. im Ausland, 1956 (Neuaufl. 1960)
– F. Wyss, Hilfskomitee für Auslandschweizerschulen, 1962
– F. Kübler, Auslandschweizerschulen unter der Lupe, 1983
Die S. im Ausland, 1991

Autorin/Autor: Bernhard Stricker