Schmitten (FR)

Polit. Gem. FR, Sensebez., nordöstlich von Freiburg gelegen. Die Gem. umfasst neben dem Dorf S. auch die Weiler Fillistorf, Lanthen, Ried, Tützenberg, Berg, Burg, Mühletal und Zirkels, die Gutshöfe Bunziwil, Hohe Zelg und Wiler sowie die Hofgruppen Betlehem und Vetterwil. 1922 trennte sich S. von der Gem. Düdingen und wurde zur eigenständigen Gemeinde. 1242 Schmitton, 1379 Othmarswile, 1447 Smitten. 1930 1'461 Einw.; 1950 1'576; 2000 3'280. Die Funde im Fragnière-Moos stammen aus der mittleren Steinzeit. Ein Tumulus aus der Hallstattzeit wurde im Ochsenriedholz entdeckt, ausserdem Bronze- und Eisenarbeiten aus der Latènezeit. Grubenhäuser des 11./12. Jh. belegen eine frühma. Siedlung. Die Gf. von Thierstein, die Ritter von Maggenberg sowie die Herren von Zirkels besassen Güter in S. 1442 kam S. durch Kauf der Lehensrechte der Gf. von Thierstein an die Stadt Freiburg, womit es Teil der Alten Landschaft (Aupanner) wurde. S. war nach Düdingen pfarrgenössig und besass eine ab dem 9. Jh. erw., dem hl. Othmar geweihte und um 1412 und 1754 neu erbaute Heiligkreuzkapelle. Auf Betreiben des Kaplans Johann Helfer wurde 1885 ein Rektorat errichtet, das 1894 zur Pfarrei erhoben wurde. 1896-98 wurde die neue, dem hl. Josef geweihte Pfarrkirche Kreuzauffindung errichtet und 1996 renoviert. Die polit. Neueinteilung in Bezirke 1798 riss die alte Pfarrei Düdingen auseinander. S. war bis 1803 Bezirkshauptort mit Sitz des Bezirksgerichts und 1831-2008 Sitzungsort des Friedensgerichtskreises. Die Gem. erlebte dank verkehrstechnisch günstiger Lage mit Bahnstation an der Linie Bern-Freiburg (um 1860) und Poststelle (1870) einen wirtschaftl. Aufschwung. 2005 stellte der 1. Sektor 9%, der 2. 47% und der 3. 44% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– M. Boschung, «Die Entstehung der Gem. S.», in Beitr. zur Heimatkunde 42, 1972, 62-80
– R. Mülhauser, S., 1997

Autorin/Autor: Marianne Progin Corti