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Aëtius, Flavius

geboren um 390 Durostorum (heute Silistra, Bulgarien),gestorben 21./22.9.454 Ravenna (I). Sohn des Heermeisters (magister equitum) Gaudentius. Nach jahrelangem Aufenthalt als Geisel bei Westgoten und Hunnen war A. ab 425 weström. Befehlshaber in Gallien (magister militum per Gallias) und spätestens 435 oberster Reichsfeldherr (magister utriusque militiae) im Rang eines patricius. Bis zu seiner Ermordung durch den nach dem Sieg über Attila 451 von Hofkreisen aufgehetzten Ks. Valentinian III. bestimmte A. die Aussenpolitik des Westreichs. 443 siedelte er die zuvor besiegten Burgunder als Föderaten im untersten Genferseegebiet (Sapaudia) an. Die Zwangsteilung des Besitzes der ansässigen spätröm. Bevölkerung mit den einquartierten Burgundern erleichterte den späteren Verschmelzungsprozess beider Gruppen.


Literatur
– W. Ensslin, «Zum Heermeisteramt des spätröm. Reiches», in Klio 24, 1931 (21964), 474-502
– A.H.M. Jones et al., The Prosopography of the Later Roman Empire 2, 1980, 21-29

Autorin/Autor: Daniel Nerlich