Tabula Peutingeriana

Darstellung des Strassennetzes im Röm. Reich von England und der Bretagne bis Indien, in der die Abfolge von Stationen durch eine Linie verbunden, beschriftet und mit Distanzangaben versehen ist. Einen dekorativen Charakter haben Meere, Seen, Flüsse und Gebirge. Die ursprünglich antike Pergamentrolle (wohl 3. Jh. n.Chr., 680 x 33 cm) ist als ma. Handschrift (wohl 12./13. Jh.) in elf Einzelblättern überliefert, von denen das erste (England) fehlt. Sie wird nach ihrem letzten Besitzer Konrad Peutinger, einem Augsburger Humanisten, benannt und in Wien aufbewahrt. Die Schweiz befindet sich auf dem zweiten Blatt der Ausgabe von Ekkehard Weber bzw. auf dem dritten der Ausgabe von Konrad Miller, und zwar zwischen Boden- (rechts oben) und Genfersee (Bildmitte), Rhein und Alpen. Nyon und Genf liegen nicht am Genfersee, Avenches und die Orbe-Ebene sind nach links verschoben, der Jura fehlt und Chur liegt unterhalb der Alpen.


Quellen
– K. Miller, Die Peutingersche Tafel, 1962 (Neudr.)
– E. Weber, T.: Codex Vindobonensis 324, 1976 (Nachdr. 2002)
Literatur
– K. Brodersen, Terra Cognita, 1995 (22003)

Autorin/Autor: Heinz E. Herzig