Avitus von Vienne

geboren um 450 (Alcimus Ecdicius Avitus) Vienne (F), gestorben um 525. Aus einer Fam. des senator. Adels. Sohn des Isicius, Bf. von Vienne, und der Audentia. Bruder des Apollinaris, Bf. von Valence (F). Verwandt mit Sidonius Apollinaris und vielleicht mit Ks. Avitus. Mit ca. 40 Jahren verheiratet, hatte A. mind. einen Sohn. Um 490 erlangte er die Bischofswürde von Vienne: A. verteidigte die Orthodoxie und die Einheit der Kirche und bekämpfte die Häresien, insbes. den von den Burgundern praktizierten Arianismus. Zwar vermochte er Kg. Gundobad nicht zum Katholizimus zu bekehren, war aber bei dessen Nachfolger Sigismund erfolgreich, dem er als Beichtvater und kirchl. Berater beistand. Er überzeugte ihn, die Abtei Saint-Maurice 515 neu zu errichten. Als Metropolit der Kirchenprovinz leitete A. 517 das erste burgund. Konzil in Epao (vielleicht Saint-Romain d'Albon südl. von Vienne). Von literar. Talent, verfasste er von röm. Dichtern, insbes. Vergil, inspirierte Gedichte und schrieb Briefe an die kirchl. Autoritäten Galliens, Italiens und von Byzanz, worin er zu Fragen der kirchl. Disziplin Stellung bezog und den Primat des Bf. von Rom verteidigte. Sein Schreiben an den fränk. Kg. Chlodwig, in welchem A. dessen Konversion zum Katholizismus begrüsste, wird von manchen Historikern als Verrat am burgund. Königtum erachtet. Als aussergewöhnl. Persönlichkeit, deren Einfluss auf kirchl., polit. und literar. Gebiet Wirkung zeigte, trug A. entscheidend zum Verschwinden des Arianismus in Gallien bei.


Werke
MGH AA VI/2, hg. von R. Peiper, 1883
Literatur
DHGE 5, 1205-1208
LexMA 1, 1307 f., (mit abweichenden Geburts- und Todesdaten)

Autorin/Autor: Catherine Santschi / AZ