Landrat (VS)

Seit spätestens 1301 fassbare Versammlung (consilium generale) von Bischof und Domkapitel von Sitten, bischöfl. Beamten und (vorerst adeligen) Vertretern der Gem. und Pfarreien des nicht-savoy. Wallis. Das Gremium zur Beratung des Bischofs wurde im 14.-15. Jh. zur festen Institution, in welcher sich das polit. Leben konzentrierte. Der L. kam zweimal pro Jahr (im Mai und Dezember) zu ordentl. und bei Bedarf zu ausserordentl. Ratstagen zusammen. Er führte Wahlen durch und beriet wichtige oder dringende Landessachen. Die Abstimmung wurde nach Ständen durchgeführt; die Boten der Zenden stimmten nach Instruktion. Die Zenden rangen dem Bischof immer mehr Kompetenzen ab, so dass diesem im 17. Jh. nur noch der Vorsitz der Ratstage blieb. Die Verfassung von 1815 sah für Bischof und Zenden je vier Stimmen vor. 1848 trat der Gr. Rat an die Stelle des L.s.


Quellen
WLA
Literatur
– G. Ghika, La fin de l'état corporatif en Valais et l'établissement de la souveraineté des dizains au XVIIIe siècle, 1947
– H.A. von Roten, «Die Landräte des Wallis bis 1450», in Vallesia 21, 1966, 35-71

Autorin/Autor: Philipp Kalbermatter