Statthalter

In den Kantonen mit Landsgemeindeverfassung ist der S. bis heute der Stellvertreter des Landammanns und wird dort auch als Landesstatthalter bezeichnet. Das Amt erscheint im 16. Jh. und wird für ein oder zwei Jahre besetzt. Üblicherweise bildet es die Vorstufe des Regierungsvorsitzes. In Glarus gehörte der S. alternierend zu einer der beiden Konfessionen, in Appenzell Ausserrhoden zu einem der beiden Landesteile. In den Städten vertrat er den Schultheissen; Zürich kannte im Kreis der Standeshäupter gar vier S. Das polit. Amt ist vom Verwaltungsamt des S.s zu unterscheiden, der als Bezirks- oder Regierungsstatthalter in Gebietsteilen oder - gemäss der Helvet. Verfassung 1798 - Kantonen mit Bezirkseinteilung als Vollzugsinstanz wirkte.


Quellen
SSRQ
Literatur
– J.J. Blumer Staats- und Rechtsgesch. der schweiz. Demokratien oder der Kt. Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug und Appenzell, 2/I, 1858, 110 f., 190
– P. Steiner, Die Gem., Räte und Gerichte im Nidwalden des 18. Jh., 1986, v.a. 121

Autorin/Autor: Peter Steiner