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Germanus

geboren frühestens 612 Trier,gestorben 21.2. um 675 im Delsbergertal, begraben in der Basilica S. Petri (vielleicht die 1859 zerstörte Kirche des hl. Petrus in Moutier), aus einer Senatorenfam. von Trier. Sohn des Optardus. G. erhielt seine Erziehung beim Trierer Bf. Modoald. Mit 17 Jahren kam er in die voges. Einsiedelei des Arnulf von Metz. Nach einem Aufenthalt in Remiremont (Vogesen) trat er in Luxeuil ein, wo Abt Walbert (629-670) ihn zum Priester weihte und ihn als ersten Abt von Moutier-Grandval, einem im dritten Viertel des 7. Jh. gegr. Kloster, einsetzte. Bei der Rückkehr von einem Treffen mit dem Elsässer Hzg. Eticho, dem G. die Gewaltakte gegenüber der lokalen Bevölkerung vorgeworfen hatte, wurde er zusammen mit Randoald, dem Propst des Klosters, ermordet. In Delsberg liegt heute ein reich dekorierter Bischofsstab aus dem 7. Jh., der G. zugeschrieben wird. Am 21. Febr. wird sein Todestag begangen.


Quellen
– Bobolène, «Vita Germani Grandivallensis», in MGH SS 5, 1910, 25-40
Literatur
– P.O. Walzer, Vie des saints du Jura, 1979, 259-288, 521-523, (mit Bibl.)
– G. Moyse, «A propos de Saint-Imier en 884: le Jura septentrionnal dans la perspective du monachisme occidental avant l'an mille», in Actes SJE, 1984, 19-22
HS III/1, 287 f.
– S. Stékoffer, La crosse mérovingienne de Saint Germain, premier abbé de Moutier-Grandval, 1996
– E. Tremp, «Hl. Menschen - hl. Stätten», in La donation de 999 et l'histoire médiévale de l'ancien Evêché de Bâle, hg. von J.-C. Rebetez, 2002, 255-258

Autorin/Autor: Romain Jurot / SK