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Alterswil

Polit. Gem. FR, Sensebez. Strassendorf, 10 km östl. von Freiburg, mit den Nebensiedlungen Äckerli, Bennewil, Galtern, Gerewil, Heimberg, Wengliswil, Wilersgut, Wolgiswil, Zumholz und Zitterli. 1148 Alterihcwilere, 1228 Vilar Altri. 1831 973 Einw.; 1850 1'002; 1900 1'365; 1950 1'613; 1970 1'532; 2000 1'881.

Die ältesten archäolog. Funde datieren in die Bronzezeit. Ruinen einer röm. Villa liegen in Heimberg. Die Gerichtsbarkeit befand sich vom 12. Jh. an in den Händen der Ritter von Maggenberg und ging nach deren Aussterben an die Freiburger Stadtbürger Velga über. Von der gegen Ende des 13. Jh. errichteten Burg Ober-Maggenberg bestehen Reste des Bergfrieds. Das Dorf A. gehörte spätestens von 1148 an dem Cluniazenserpriorat Rüeggisberg, in dessen Abhängigkeit im 13. Jh. in A. ein Priorat bestand (1228 erw., Kapelle mit Niklauspatrozinium verm. bereits vor 1148). 1386 wurde A. von den Bernern niedergebrannt. Nach der Inkorporation Rüeggisbergs in das Kollegiatstift St. Vinzenz in Bern (1484) verkaufte dieses am 30.3.1486 seine Rechte in A. der Stadt Freiburg. Einiger Grundbesitz in A. gehörte vom 12. Jh. an den Gf. von Thierstein, die ihre Lehen 1442 der Stadt Freiburg verkauften. Ab 1445 zählte A. als Teil der Pfarrei Tafers zum Aupanner der Alten Landschaft von Freiburg, z.T. unter der Bezeichnung Juchschrot. 1885 löste sich die von der 1. Hälfte des 18. Jh. an bestehende Kaplanei A. von der Pfarrei Tafers, bildete ein Pfarr-Rektorat und ab 1894 eine Pfarrei. Die polit. Gem. A. ging 1832 aus Juchschrot hervor. Neben der Landwirtschaft nahm die Strohflechterei v.a. in der 1. Hälfte des 18. Jh. eine wichtige Rolle ein. Im 19. Jh. zählte A. bis zu vier Mühlen und drei Sägereien. 1848-1977 bestand eine ref. Schule. Die Landwirtschaft erlebte in den letzten Jahrzehnten einen starken Rückgang. Die besonders aktive Baulandpolitik der jüngsten Vergangenheit führte zu einem Zuzug von Wegpendlern, deren Anteil an den Erwerbstätigen bis 1990 auf 67% anstieg.


Literatur
– M. Schaller, A., 1982
HS III/2, 689-693

Autorin/Autor: Jean-François Steiert