Florin

Churrätischer Heiliger, lebte vermutlich im 7. Jh., begraben Ramosch. Gemäss Legende wurde F. im Hof Valfur in Matsch im Obervinschgau geboren. F. soll ein Helfer der Armen gewesen sein, denen er aus Wasser verwandelten Wein reichte. Er wirkte als Eremit und Prediger in Ramosch. Der F.-Kult setzte früh ein: Bereits 720 stand der hl. Otmar von St. Gallen in Chur einem Florinus-Heiligtum vor. 930 ist erstmals die F.-Kirche in Ramosch erwähnt, wo der Priester Hartpert amtete, der kurz darauf Bf. von Chur wurde. Hartpert verlieh dem F.-Kult neuen Aufschwung. Blütezeit der Wallfahrten nach Ramosch war das 11. Jh. Aus dem 12. Jh. stammt die älteste schriftl. Fixierung der F.-Vita, die trotz Anleihen aus der abendländ. Hagiografie auch eine hist. Quelle darstellt.


Literatur
– O. Scheiwiller, «Der hl. F. in krit. Beleuchtung», in BM, 1940, 161-174
– I. Müller, «Die Florins-vita des 12. Jh.», in JHGG 88, 1958, 1-58

Autorin/Autor: Martin Bundi