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Fidelis von Sigmaringen

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geboren 1.10.1578 (Markus Roy) Sigmaringen (Württemberg), gestorben 24.4.1622 Seewis, kath., aus Sigmaringen. Sohn des Hans Roy, Bürgermeisters, und der Genoveva Rosenberger. Nach dem frühen Tod des Vaters und dem baldigen Wegzug der Mutter von der Fam. wuchs F. quasi als Vollwaise auf. Er genoss eine gegenreformator. Erziehung an der Stadtschule Sigmaringen und am Jesuitenkollegium in Freiburg i.Br., dann studierte er an der dortigen Univ. (1603 Dr. phil., 1611 Dr. iur. utr.). 1604-10 war er Hofmeister junger Adliger in Frankreich, Spanien und Italien, 1611-12 Gerichtsrat bei der vorderösterr. Regierung in Ensisheim. Enttäuscht von den Praktiken seines Berufsstandes gab er seine Tätigkeit auf, liess sich am 3.10.1612 zum Priester weihen und trat am Tag darauf in Freiburg i.Br. (Kloster der Schweizer Kapuziner) in den Kapuzinerorden ein. Dabei erhielt er den Ordensnamen Fidelis. Nach vierjährigen theol. Studien in den Kapuzinerklöstern Konstanz und Frauenfeld wurde er Prediger und Konvertitenseelsorger, ab 1618 Guardian in Rheinfelden, 1620-21 in Freiburg i.Br. und 1621 in Feldkirch. Als Feldprediger kümmerte er sich um die österr. Truppen, die während des Dreissigjährigen Krieges in Feldkirch stationiert waren. Im Zuge der Rekatholisierung wurde F. mit der Mission in den Drei Bünden beauftragt. In Seewis kam er nach einer Predigt gewaltsam ums Leben. Er ist der erste Märtyrer der 1622 in Rom gegründeten Propaganda-Fide-Kongregation und wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. selig gesprochen, 1746 erfolgte durch Papst Benedikt XIV. die Heiligsprechung.


Archive
– Provinzarchiv Schweizer Kapuziner, Luzern
Literatur
Lebensbeschreibungen des hl. F. (1623), 1993
Sankt F., Ausstellungskat. Sigmaringen, 1996, (mit Bibl.)
– J. von Grünwangen, «Ber. über den Tod des hl. Fidelis», in Helvetia Franciscana 25, 1996, 5-34
– O. Schmucki, F. (1578-1622), 2004, (Bibl.)

Autorin/Autor: Christian Schweizer