Luzius

Heiliger, einheim. Bekenner, der erst in karoling. Zeit (Krypta und Vita) belegt ist. Er lebte wohl im 5./6. Jh. und wurde in karoling. Zeit in der für seine Gebeine erstellten Ringkrypta von St. Luzi in Chur beigesetzt. Seit dem 10. Jh. ist er der Patron des Bistums Chur. Gemäss der karoling. Vita geriet er mit den einem Rinderkult anhängenden Bewohnern der Gegend von Maienfeld-Fläsch-Mäls (Gem. Balzers) in Konflikt, wurde auf der Luziensteig in einen Brunnenschacht geworfen, aber von Bekehrten in die christianisierte Stadt Chur geführt. Diese mythisierte ihn zum Kg. von Brittania und Missionar von Rätien. Im 11./12. Jh. wurde ihm die hl. Emerita als Schwester beigegeben und im 17. Jh. kam das Motiv des Martyriums hinzu.


Literatur
– E. Poeschel, «Wann hat St. L. gelebt?», in BM, 1938, 341-345
– I. Müller, Die churrät. Wallfahrt im MA, 1964
Lex. der christl. Ikonographie 7, 1974, 421 f.
– A. Gasser, Die Lucius-Vita, 1984

Autorin/Autor: Ursus Brunold