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Ruggia, Girolamo

geboren 30.9.1748 Morcote, gestorben 29.5.1823 Bologna, kath., von Morcote. Sohn des Giovanni Antonio und der Elisabetta Sardi. Der Jesuit R. studierte in Venedig und Rom und lehrte humanist. Fächer in Ascoli. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 zog er als Hauslehrer ins Veneto. In der Folge unterrichtete er Rhetorik am Collegio dei Nobili in Parma. Von 1816 bis zu seinem Tod hatte er den Lehrstuhl für geistl. Beredsamkeit (eloquenza sacra) an der Univ. Bologna inne. Sein Schaffen umfasste religiöse und weltl. Gedichte, die grösstenteils gemeinsam mit der Tragödie "Demetrio" im zweibändigen Werk "Poesie" (1806) enthalten sind. Ferner schrieb er Reden, das belehrende Kurzepos "La coltura del cuore" (1809), Kantatentexte und dramat. Dichtungen. Sein 1808 verfasster Text "Pianto d'Armonia sulla morte d'Orfeo" wurde von Gioacchino Rossini, der zu jener Zeit Schüler am Liceo musicale von Bologna war, vertont.


Literatur
– F. Zanetti, Girolamo R., 1961
– G. Orelli, Svizzera italiana, 1986, 54-56

Autorin/Autor: Stefano Barelli / CHM