Gempenach

Polit. Gem. FR, Seebez. Das Strassendorf liegt 6 km nordöstlich von Murten an der Kantonsgrenze zu Bern. 1408 Gempenach, 1409 Gempernach. Franz. Champagny, 1340 Champagnie. 1850 191 Einw.; 1900 213; 1950 182; 2000 281. Auf der Forstmatte fand man eines der ausgedehntesten Gräberfelder der frühen und mittleren Latènezeit im Kt. Freiburg. Es wurde im 19. Jh. ohne archäolog. Aufnahme bei der Ausbeutung einer Kiesgrube zerstört, wobei man die reichen Grabbeigaben, u.a. bronzene Armbänder, Armringe aus Glas, Bronzefiebeln und Waffen, den Museen von Bern und Murten übergab. G. gehörte zur Herrschaft Murten und gelangte mit dieser 1475 an Freiburg und Bern. Nach der Helvetik wurde die Gem. 1803 endgültig dem Kt. Freiburg zugeteilt. G. ist überwiegend reformiert und gehört zur bern.-freiburg. Kirchgemeinde Ferenbalm. Aus dem 19. Jh. sind der Landgasthof Zum Kantonsschild, das alte Schulhaus und einige Bauernhäuser erhalten. Nach wie vor dominiert im Dorf die Landwirtschaft. Allerdings pendelten im Jahr 2000 rund zwei Drittel der Erwerbstätigen von G. in den Kt. Bern.


Literatur
GeschFR 1, 16, 48, 51
– S. Favre, «La fin de la nécropole celtique de G.», in Histoire et archéologie 62, 1982, 60-63
Freiburger Nachrichten, 20.7.1990

Autorin/Autor: Ursula Birchler