Galmiz

Polit. Gem. FR, Seebez. Strassendorf am Rande des Gr. Mooses 4 km nördöstlich von Murten. 1242 Chalmitis, 1340 Charmey (heute noch gelegentlich gebrauchter franz. Name). 1850 422 Einw.; 1900 467; 1950 473; 1980 393; 2000 560. Funde lassen auf eine Besiedlung seit dem Neolithikum schliessen. Die röm. Villa in G.-Gassenfeld lag neben der Strasse Aventicum-Petinesca und war 50-250 n.Chr. belegt. In den Ruinen wurden frühma. Gräber gefunden. 1475 gelangte G. mit Murten an Bern und Freiburg. Kurz danach wurde es im Burgunderkrieg verwüstet. Der Ort war ursprünglich französischsprachig. Im 17. Jh. nahm die deutschsprachige Bevölkerung stetig zu; nach 1725 wurde keine franz. Schule mehr geführt. Die mehrheitlich prot. Bevölkerung ist wirtschaftlich nach Murten und Bern ausgerichtet. Ein Drittel der Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft tätig (bereits 1946 Gründung der Anbau- und Verwertungsgenossenschaft für Biogemüse). Die Gem. versucht, ihren ländl. Charakter trotz der nach 1980 starken Bevölkerungszunahme zu bewahren. Der Ende 2004 gefällte Entscheid der Freiburger Regierung, für die Ansiedlung eines Pharmakonzerns ein Areal aus der Landwirtschafts- in die Industriezone umzuzonen, führte zu einer landesweiten Diskussion und zu Protesten.


Literatur
Freiburger Nachrichten, 23.11.1990, (Beil.)
– W. Brand, G. auf einen Blick, Ms., 1991, (GemA)
– D. Bugnon, H. Schwab, G., 1997

Autorin/Autor: Ursula Birchler