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Am 19. April 1939 anerkannte die Schweiz den kurz zuvor geschaffenen Slowakischen Staat (Slowakei).

Die am 12. April 1798 errichtete Helvetische Republik löste die alte Eidgenossenschaft ab.

Der Frieden vom 7. April 1384 zum Abschluss des Burgdorferkriegs besiegelte das Schicksal der Grafen von Neu-Kyburg.

KONTAKT
Historisches Lexikon der Schweiz, +41 31 313 13 30,

Aktuell / Das aktuelle Thema
02/2018

Blick zurück auf die Massenmedien

Die beiden Massenmedien Radio und Fernsehen gehören seit Jahrzehnten zu unserem Alltag. In der Schweiz nahmen die ersten Radiosender in den 1920er Jahren ihren Betrieb auf. 1958 begann das Fernsehen regelmässig Sendungen auszustrahlen. Die Finanzierung dieser Medien und damit deren gesellschaftliche Funktion, die sie zu erfüllen haben, sind derzeit heftig umstritten. Leidenschaftlich debattierten Befürworter und Gegner der No-Billag-Initiative die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Das Stimmvolk hat sie am 4. März abgelehnt.

François Vallotton, ordentlicher Professor an der Universität Lausanne und spezialisiert auf die Geschichte der audiovisuellen Medien, wirft im Folgenden einen Blick auf diesen Aspekt der Mediengeschichte. Vallotton ist Mitglied der für das HLS zuständigen Kommission der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Für seinen Beitrag danken wir herzlich.

 

SRG und Service public
Die 1931 gegründete Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft schuf den technischen, politischen und juristischen Rahmen, der das schweizerische Mediensystem bis in die 1980er Jahre prägen sollte. Als Nachfolgerin mehrerer regionaler Radioprogrammorganisationen erhielt die neue privatrechtliche nationale Organisation eine Radiokonzession, die an einen Leistungsvertrag gebunden war. Damit wurde der SRG das Rundfunkmonopol übertragen (Radio). Der Auftrag zur Grundversorgung (Service public) beinhaltete zusammengefasst die landesweite Verbreitung, eine solidarische Finanzierung der drei Landessender Beromünster, Sottens und Monte Ceneri sowie der regionalen Studios über einen internen Lastenausgleich und die Unabhängigkeit gegenüber staatlichen, politischen und jeglichen kommerziellen Interessen (Werbeverbot). Diese Grundsätze blieben auch mit der Inbetriebnahme des Fernsehens bestehen, ausgenommen die 1965 eingeführte Fernsehwerbung. Damals öffnete sich der Service public der ethischen Verantwortung wie auch der ausgewogenen Berichterstattung, der Anerkennung von Minderheiten sowie dem Kultur- und Bildungsauftrag.

Abschaffung des SRG-Monopols
Zu Beginn der 1970er Jahre geriet das Monopol sowohl von rechtspolitischen Kreisen (v.a. der SVP und dem 1974 gegründeten Hofer-Club) als auch von linker Seite, die den bürgerlich stabilisierenden Charakter der SRG-Medien kritisierte, unter Druck. Während sich die Stimmen für eine Liberalisierung von Radio- und Fernsehen in Europa mehrten, kämpften auch private Akteure gegen die bevorzugte Stellung der SRG. Schliesslich fiel das Monopol 1983 mit der Bewilligung der Lokalradios. 1992 trat das neue Radio- und Fernsehgesetz in Kraft, das auch privaten Radio- und Fernsehstationen sowie Veranstaltern einen Gebührenanteil zusprach, der seither erhöht wurde. Doch die Gelüste einiger grosser Verleger mehrten sich. Getragen von der neoliberalen Wirtschaftspolitik der 1990er Jahre erarbeitete eine Gruppe um den Diplomaten und Ökonomen David de Pury 1991 eine Volksinitiative zur Privatisierung der SRG, die aber im Sammelstadium scheiterte. Bei der Revision des Bundesgesetzes bemühte sich das Parlament 2006, in Anbetracht des um ein Vielfaches gesteigerten internationalen Wettbewerbs die Konkurrenzfähigkeit des Service public zu sichern. Gleichzeitig hatten private Programmveranstalter nun die Wahl, mit oder ohne Konzession zu senden. Konzessionierte Veranstalter erhielten einen Gebührenanteil, verbunden mit einem Leistungsauftrag.

Medienkonsumgewohnheiten im Wandel
Politik und Wirtschaft prägen bis in die Gegenwart die Debatte um den Service public, die um zwei zusätzliche Faktoren angeheizt wird. Neue Online-Angebote beeinflussen das Konsumverhalten hinsichtlich der audiovisuellen Medien, und der Gratiskonsum von Inhalten im Online-Bereich wird für die jüngere Generation zur Norm. Die Empfangsgebühren, die seit 2015 von allen Haushalten zu entrichten sind, werden von manchen aus finanziellen und ideellen Gründen als untragbar erachtet (man will nur bezahlen, was man auch konsumiert). Ausserdem ist die Medienlandschaft einer fundamentalen Umwälzung unterworfen: einerseits durch die flächendeckende Finanzierungskrise traditioneller Medien, namentlich der Presse, und andererseits durch neue Akteure wie Netzbetreiber oder grosse globale Medienunternehmen. Mit der Lancierung der No-Billag-Initiative hat sich die Diskussion zwischen den Anhängern einer kompletten Liberalisierung und jenen einer notwendigen Regulierung verhärtet. Radio und Fernsehen soll die Finanzierung durch den Bund entzogen werden, ebenso das Mandat zum Service public, wie es die Verfassung vorschreibt (Art. 93 Absatz 2). Das Stimmvolk hat die Initiative am 4. März abgelehnt.

François Vallotton, Professor für Zeitgeschichte, Universität Lausanne (Übersetzung Margrit Irniger)

F. Vallotton leitet gegenwärtig ein Projekt zur Geschichte des Schweizer Fernsehens vor der Verbreitung der Digitaltechnik: «Au-delà du service public: pour une histoire élargie de la télévision en Suisse, 1960 à 2000».

 

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02/2018

Sieben Jahre Präsidentin

Nach siebenjähriger Tätigkeit im Dienst des HLS verabschiedet sich Martine Brunschwig Graf von uns. Sie wirkte 2011-2016 als fünfte und letzte Stiftungsratspräsidentin sowie 2017 als erste Präsidentin der neu geschaffenen HLS-Kommission der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Erstmals kam Martine Brunschwig Graf vor rund zwanzig Jahren mit dem HLS in Berührung, als dieses am Genfer Salon du livre sein Projekt der Öffentlichkeit vorstellte. Auch wenn das Projekt damals ihr Interesse und ihre Neugierde geweckt hatte, so konnte sie kaum ahnen, wie vertraut es ihr dereinst sein sollte!

Mit dem ihr eigenen Sinn für das Gemeinwohl übernahm die ehemalige Nationalrätin die Leitung der Stiftung in einer für das HLS heiklen Übergangsphase. Das Publikationsende der gedruckten Ausgabe nahte, seine Zukunft als Online-Fachlexikon zur Schweizer Geschichte war noch ungewiss. Im Glauben an die Zukunftsfähigkeit einer digitalen Ausgabe setzte sich Martine Brunschwig Graf mit Entschlossenheit und Ausdauer für die nachhaltige finanzielle und institutionelle Sicherung des Unternehmens ein.

Wir danken Martine Brunschwig Graf wärmstens für ihr tatkräftiges, umsichtiges und wohlwollendes Handeln während ihrer Amtszeit.

 

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Aktuell / HLS-News
02/2018

Neue Kommission, neuer Präsident

Die für das HLS zuständige Kommission der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) hat ihre Arbeit 2017 aufgenommen. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen die strategische Führung des HLS, die wissenschaftliche Qualitätssicherung sowie die Genehmigung der vom HLS-Direktor erstellten Planung und des Budgets. Sie setzt sich aus Expertinnen und Experten von Universitäten, Fachvereinigungen und anderen Institutionen zusammen (Mandat der Kommission: PDF).

An der Sitzung vom 23. Februar 2018 wählte der Vorstand der SAGW Andreas Würgler zum neuen Präsidenten der HLS-Kommission. Er ist seit 2014 ordentlicher Professor für Schweizer Geschichte an der Universität Genf. Andreas Würgler promovierte an der Universität Bern und lehrte an den Universitäten Bern, Luzern und Basel. Sein Forschungsschwerpunkt ist die mittelalterliche und frühneuzeitliche Eidgenossenschaft aus der Perspektive der Politik-, Sozial-, Kultur- und Diplomatiegeschichte. Als Autor zahlreicher Publikationen verfasste er für das HLS unter anderem die Artikel Eidgenossenschaft, Tagsatzung, Soziale Konflikte und Städtische Unruhen.

Wir heissen Andreas Würgler herzlich willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Zusammensetzung der Kommission:

Präsident: Würgler Andreas, Département d’histoire générale de l’Université de Genève

Baeriswyl Armand, Archäologischer Dienst des Kantons Bern
Holenstein André, Historisches Institut der Universität Bern, im Vorstand der SAGW
Klaassen Saskia, Archäologie und Museum Baselland
Ostinelli Paolo, Archivio di Stato, Bellinzona
Rebenich Stefan, Historisches Institut der Universität Bern
Ribi Forclaz Amalia, Institut de hautes études internationales et du développement de Genève
Sonderegger Stefan, Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St. Gallen
Vallotton François, Section d’histoire de l’Université de Lausanne
Ziegler Béatrice, Pädagogische Hochschule FHNW

Vertreter der SAGW und des HLS:
Immenhauser Beat, Stv. Generalsekretär der SAGW
Moosbrugger-von Kaenel Regula, Sekretärin des HLS
Sonderegger Christian, Direktor des HLS

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