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Aktuell / Das aktuelle Thema
06/2016

Musik, Musik

Das Montreux Jazz Festival feiert im Juli 2016 seinen 50. Geburtstag. Auf seinen Bühnen spielen regelmässig grosse Stars des Jazz sowie der Rock- und Popmusik. Das HLS lädt Sie aus diesem Anlass zu einer Tour d’Horizon durch die Schweizer Musikgeschichte ein.

Typisch schweizerisch?
Die Geschichte der Musik in der Schweiz ist von den vielfältigen kulturellen Beziehungen der Regionen untereinander und zum Ausland geprägt. Vermeintlich typisch schweizerische musikalische Ausdrucksformen wie beispielsweise der Jodel sind nicht etwa eine helvetische Eigenheit. Noch hat sich ein spezieller Musikstil von einem schweizerischen Zentrum her ausgebreitet. Einzig in der geistlichen Musik spielte das Kloster St. Gallen eine herausragende Rolle.

Liturgische Wurzeln
Die Ursprünge des Kirchenlieds reichen bis zum Gregorianischen Gesang aus frühchristlicher Zeit zurück. Den Klöstern Einsiedeln und St. Gallen verdanken wir wertvolle Musikhandschriften wie das Antiphonar von Hartker oder die innerhalb der liturgischen Dichtung bedeutsame Sammlung von Messgesängen des St. Galler Mönchs Notker (um 840 bis 912).

Vom Musikantentum zum Rock 'n' Roll
Zu den ältesten Interpreten der Volksmusik gehörten Pfeifer und Trommler. Viele der von diesen Spielleuten vorgetragenen Märsche und Lieder hatten Söldner aus fremden Diensten mitgebracht. Eine Variante des Volkslieds ist der seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesene Kuhreihen. Im 20. Jahrhundert prägte Abbé Joseph Bovet als Meister dieses Fachs das Freiburger Musikleben. Der Waadtländer Gilles wiederum gilt als einer der musikalischen «Väter» des modernen französischen Chansons. Nach dem 1. Weltkrieg breitete sich der Jazz landesweit aus und in den 1930er Jahren feierte Teddy Stauffer als «Swing-König» internationale Erfolge. Flavio Ambrosetti war einer der Bebop-Pioniere in Europa. Mit den legendären Auftritten der Rolling Stones 1967 und von Jimi Hendrix 1968 im Zürcher Hallenstadion folgten erste Highlights aus der Rock- und Popmusik. Ab den 1970er Jahren wurde der vom Liedermacher Mani Matter inspirierte Mundartrock zunehmend erfolgreich. Unter den international bekannten zeitgenössischen Musikern vermochte sich etwa der Berner Chansonnier Stephan Eicher vor allem im französischen Sprachraum durchzusetzen. Analog zum Jazz finden jährlich gut besuchte Rock- und Popkonzerte statt, so auch das 1976 gegründete Paléo Festival in Nyon.

Klassische und Neue Musik
Zu den wichtigsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts zählen Arthur Honegger und Frank Martin. Berühmte ausländische Musikerinnen und Musiker wie Clara Haskil, Yehudi Menuhin und Tibor Varga lebten zeitweise in der Schweiz. Hier komponierte Franz Liszt 1835 «Les cloches de Genève», Richard Wagner arbeitete am «Ring des Nibelungen» und Igor Strawinsky an «Le sacre du printemps».

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