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Aktuell / Das aktuelle Thema
05/2016

Alpentransit

Der am 1. Juni 2016 eingeweihte Basistunnel am Gotthard ist mit seinen 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt. Das HLS würdigt diese wichtige Etappe der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) mit einem Blick auf die Geschichte der Verkehrswege durch die Alpen.

Erobern, handeln, reisen
Zahlreiche alpine Pässe waren bereits seit der Frühzeit begangen, als die Römer 15 v.Chr. mit der Eroberung der Alpen begannen. Sie bauten Strassen und Brücken für den Feldzug sowie die Verwaltung ihres Reichs. Zwei Nord-Süd-Achsen durchquerten die Alpen: die eine verband Oberitalien über den Grossen St. Bernhard mit Gallien und Germanien, die andere führte vom Comersee über die Bündnerpässe zum Bodensee (Maloja, Julier, Septimer, Splügen). Nach einer Zeit des Stillstands nahm der Transitverkehr durch die Alpen auch dank dem Aufblühen der europäischen Messen ab dem Ende des 12. Jahrhunderts zu. Saumpfade wurden wieder eröffnet und die Erschliessung der Schöllenen durch die Teufelsbrücke im 13. Jahrhundert machte den Gotthard zur neuen Transitroute. Die gewerblich organisierte Säumerei betrieb den Warentransport mit Saumtieren, bis jene im 19. Jahrhundert durch den Bau fahrbarer Strassen verdrängt wurde. Junge aristokratische Engländer reisten ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts auf ihrer Grand Tour durch Europa auch über die Alpen (Reisen, Schweizerreisen). Die Entdeckung der Alpen, für die sich bis dahin nur wenige gelehrte Reisende interessiert hatten, wurde ab dem 18. Jahrhundert zum eigentlichen Ziel des aufkommenden Tourismus.

Die Felsen durchbohren
Mit dem Durchstich des Urnerlochs 1708 entstand der erste Strassentunnel für den Verkehr durch die Alpen. Zwischen 1850 und 1920 erforderte das Schienennetz der Eisenbahnen zahlreiche Tunnelröhren, deren Bau ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von Maschinen erleichtert und beschleunigt wurde. Dynamit kam erstmals 1872-1882 für den Bau des Gotthard-Eisenbahntunnels zum Einsatz (Explosivstoffe).

Die dunkle Seite
Der Tunnelbau kostete zahlreichen Arbeitern das Leben. Insbesondere bei der Erstellung der Gotthardbahn fanden rund 200 Menschen den Tod, Hunderte trugen Krankheiten wie etwa Silikose davon. Die mehrheitlich italienischen Mineure lebten zudem unter schlechten Arbeitsbedingungen und in erbärmlichen Unterkünften. Vincenzo Velas Hochrelief in Airolo zeugt vom schweren Opfer, das sie gebracht haben.

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