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Aktuell / Das aktuelle Thema
10/2015

1315 – Morgarten

Über die Schlacht am Morgarten sind nur wenige Fakten bekannt. Im Streit um den deutschen Königsthron zwischen Friedrich dem Schönen von Habsburg und Ludwig dem Bayern schlugen die Waldstätte am 15. November 1315 im Morgartenkrieg die Truppen Herzog Leopolds von Habsburg. Als einziges zeitgenössisches Dokument hält die Königsaaler Chronik aus der Nähe von Prag das Ereignis in einem kurzen Eintrag vom Winter 1315/16 fest: Ein «sozusagen unbewaffnetes, bedeutungsloses Volk» in einem Land, das «Sweicz et Uherach» (Schwyz und Uri) genannt werde, habe fast 2000 Krieger getötet und der Herzog sei dem Massaker nur knapp entronnen. Die Auswertung von Fundstücken aus dem 14. Jahrhundert, die dieses Jahr am vermuteten Schlachtort ausgegraben wurden (z.B. Waffenteile), bringt möglicherweise neue Erkenntnisse. Im Gedenkjahr 2015 wird die symbolische Bedeutung betont, die das Ereignis in den vergangenen 700 Jahren durch verschiedene Interpretationen erlangt hat. Aegidius Tschudi (1505–1572) deutete die Schlacht erstmals patriotisch, indem er sie zu einem Teil der eidgenössischen Befreiungstradition machte. Seither und insbesondere im 19. sowie 20. Jahrhundert wurde Morgarten zur «ersten Freiheitsschlacht» der Eidgenossenschaft stilisiert und als Mythos dient sie so vor allem politischen Zwecken.

Neu zum Thema
Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, 107, 2015.
Neue Sicht(en) auf Morgarten 1315?, in Der Geschichtsfreund, 168, 2015, 7–210.
B. Meier, Von Morgarten bis Marignano: Was wir über die Entstehung der Eidgenossenschaft wissen, 2015.
J.-D. Morerod, «La bataille de Morgarten a bel et bien eu lieu», in Passé simple, 2015, H. 8, 18–21.

Ausgewählte Artikel
Befreiungstradition | Bundesbriefe | Eidgenossenschaft | Habsburg | Morgartenkrieg | Reichsacht | Reichsunmittelbarkeit | Schlachtjahrzeiten | Waldstätte

 

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